Text-SOS: 5 Nothilfe-Tipps, wenn es schnell gehen muss
Die Deadline naht? Der Druck wächst? Keine Zeit mehr für Lektorat? Mit diesen Kniffen retten Sie, was zu retten ist.
Oft ist es ja so: Man würde gern mehr Zeit einplanen. Da waren auch irgendwann mal irgendwo Puffer. Sie könnten das schwören. Aber die wurden von einer kleinen Katastrophe nach der nächsten aufgefressen und jetzt stehen Sie da und suchen jemanden, der „schnell mal drüberliest“. Die Hauslektorin ist gerade im Urlaub, Ersatz zu finden dauert zu lange. Blamieren wollen Sie sich mit dem Text aber auch nicht. Was tun?
1. Ruhe bewahren und Text ausdrucken
Das Auge nimmt Texte auf Papier anders wahr. Dadurch lesen Sie konzentrierter und Fehler fallen schneller auf. Papierloses Office hin oder her: Ein Ausdruck hilft, auch weil er andere Ablenkungen eliminiert. Sie können die Rückseite ja später für Notizen nutzen.
2. Mehrere Durchgänge machen
Es ist erstaunlich, wie viel man beim zweiten Mal noch findet! Die meisten Lektor*innen, die ich kenne, machen zwei Durchgänge bei jedem Text. Wimmelt ein Text vor Fehlern, kann sogar ein drittes Lesen vonnöten sein.
3. Pausen machen
Korrektorat und Lektorat strengen an. Die Augen, den Kopf, mitunter auch die Nackenmuskulatur. Gönnen Sie sich regelmäßige kurze Pausen, mindestens eine pro Stunde. Einmal um den Block laufen, etwas zu trinken holen oder einfach nur aus dem Fenster starren. Danach können Sie sich wieder besser konzentrieren – und sind dadurch schneller am Ziel.
4. Lächerlich viel nachschlagen
Meine Mutter hat früher immer gesagt: „Man muss nicht alles wissen. Man muss nur wissen, wo man es nachschlagen kann.“ Wer professionelles Lektorat anbietet, schlägt vermutlich sehr viel mehr nach, als Sie denken. Schon allein, weil für eine einheitliche Rechtschreibung hilft, sich bei mehreren möglichen Schreibweisen immer nach der Duden-Empfehlung zu richten (die ist im Online-Duden gelb hinterlegt, wenn Sie das Stichwort anklicken). Also markieren Sie beim Lesen alle Wörter, bei denen Sie nur einen Hauch unsicher sind. Die werden später auf www.duden.de nachgeschaut. Ganze Sätze und Abschnitte bis 500 Zeichen können Sie dort kostenlos auch prüfen lassen, unter dem Reiter „Alle Angebote – Duden Mentor Textprüfung“. Das hilft bei den schlimmsten Komma-Nöten.
Wenn Sie unsicher sind, welche Präposition die richtige ist, hilft der Wortschatz der Uni Leipzig. Darin können Sie die Verwendung bestimmter Wörter und Fügungen in Zeitungen nachschauen.
5. Text einer unbeteiligten Person geben
Haben Sie selbst am Text mitgewirkt? Dann sind die Chancen groß, dass Sie selbst mittlerweile auch textblind geworden sind und bestimmte Fehler einfach nicht mehr sehen. Das ist keine Schande. Auch Lektor*innen werden für eigene Texte textblind und in jeder Zeitung lesen Kolleg*innen die Artikel gegen, ehe sie veröffentlich werden. Geben Sie Ihren Text also weiter – gerne auch an eine Person, die nichts mit dem Thema zu tun hat. So kriegen Sie gleich auch eine Rückmeldung, ob der Text tatsächlich verständlich geworden ist oder nicht.
Viel Erfolg!
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