Kann man Schreiben lernen? 4 Mutmachtipps zum Einstieg

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„Entweder man kann es oder man kann es nicht.“ Das denken viele zum Thema Schreiben – und könnten sich nicht mehr irren. Ganz viel ist Handwerk, ganz viel lässt sich lernen. Den Start in dieser Schreib-Lern-Serie machen vier Mutmachtipps inkl. einer kleinen Lobhudelei der Gliederung.

In einem Interview mit Jonathan Ross hat Ed Sheeran mal erzählt, dass Menschen ihm immer zu seinem Talent gratulieren. Danach hat er von seinem Handy eine kurze Aufnahme abgespielt, wie er als Teenager gesungen hat – und es klingt, als würde jemand auf eine Katze treten. Einfach beherzt am Ton vorbei im Falsett. Sein eindrucksvoll untermalter Punkt: Vielleicht war da auch irgendwo eine Löffelspitze Talent, aber es war vor allem harte Arbeit und wahnsinnig viel Übung.

Richtig lesen ist die halbe Miete

So ähnlich wie mit dem Singen ist es auch mit dem Schreiben. Viele Leute denken, dass manche es eben können und andere nicht. Die Erfahrungen im Deutschunterricht scheinen das noch zu untermauern. Dabei gibt es einfache Tipps, mit denen man besser schreiben lernen kann. Der erste Schritt? Aufmerksamer lesen. Wir konsumieren täglich viele Texte. Social Media, Zeitungsartikel, Textnachrichten, Mails, Google-Einträge.

Wer sich beim Lesen dieser Texte einen analytischen Blick antrainiert, ist im Vorteil. Warum bleiben wir bei manchen Texten dran? Warum steigen wir bei anderen aus? Was macht diese Texte gut oder schlecht – und wie kann man das nachmachen oder verhindern? Aufmerksames Lesen hilft beim Schreiben.

Wer kein Ziel hat, verläuft sich

Es gibt Menschen, die können stringent einfach so runterschreiben. Meiner hochprofessionellen Schätzung nach sind das etwa 3 % der Bevölkerung. Der Rest von uns muss sich vorher überlegen: Was will ich sagen? Und wie will ich zu meiner zentralen Botschaft kommen? Dabei hilft eine Gliederung.

Einleitung, Hauptteil, Schluss. Was soll wo rein? Welche Punkte will ich unbedingt anbringen? Wohin passen sie am besten in der Argumentation? Kann ich einen Spannungsbogen aufbauen? Komme ich logisch von einem Punkt zum nächsten?

Ob man die Gliederung auf eine Serviette kritzelt oder ordentlich in ein Word-Dokument tippt, das ist Typfrage. Manche brauchen nur ein paar Stichpunkte. Anderen hilft ein minutiöser Fahrplan von A nach B nach C, der dann nur noch ausformuliert werden muss. Welcher Schreibtyp man ist, das findet man nach ein paar Texten heraus.

Jeder Text braucht kritische Augen

Der Text ist fertig? Klasse. Jetzt kommt der knifflige Teil, jetzt muss man den Text mit kritischem Blick noch mal durchgehen. Was kann raus, welche Passagen müssen straffer werden? Wo fehlt eine Erklärung, wo wäre ein Übergang nötig? Mit möglichst fremden Augen sollte man alles noch mal lesen und auf den Prüfstand stellen. Im Idealfall lässt man den Text ein paar Tage liegen. Das hilft immens, um aus den eigenen Scheuklappen auszubrechen und den Blick zu weiten.

… aber zu kritisch sollten die Augen auch nicht sein 😉

Da müssen wir kein Schleifchen drumbinden: Ein Text ist niemals fertig. Ab einem gewissen Punkt wird er aber nicht mehr besser, er wird nur anders. Wer zu kritisch mit sich ins Gericht geht, schreibt am Ende gar nicht mehr. Schreiben soll Spaß machen, dann lesen es Leute auch gerne. Also: viel Spaß bei Loslegen!

 


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